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Gewebebindungen

Die Wahl der Gewebebindung bestimmt die Charakteristik des Gewebes.

Gewebe für allgemeine Anwendungen und Siebaufgaben
Wesentliches Merkmal von Drahtgeweben ist die Gewebebindung und die daraus resultierende Maschenform. Die Quadratmasche ist die gebräuchlichste aller Maschenformen. Sie wird klassisch auch zum Sieben und Klassieren eingesetzt.

Leinenbindung (1/1)
Die Leinenbindung ist die gebräuchlichste Bindung für Drahtgewebe mit rechteckiger Maschenöffnung. Wegen ihrer genauen und stabilen Maschenform wird sie häufig zum Sieben und Klassieren verwendet.
  Köperbindung (2/2)
Die Köperbindung wird häufig eingesetzt, wenn bei gegebener Maschengröße ein dickerer Draht eingesetzt werden muss oder wenn das Gewebe zum Tiefziehen flexibel sein muss. Ein Wechsel der Köperrichtung führt zum stabileren Fischgrätenmuster.
 
Leinenbindung
Leinenbindung
  Körperbindung
Köperbindung

Langmasche und Breitmasche
Die Langmasche oder die Breitmaschengewebe werden vorzugsweise in Leinenbindung mit einem Maschenweitenverhältnis (Länge / Breite) 3:1 definiert. Andere Verhältnisse sind ebenfalls möglich. Eine speziellere Breitmasche für große offene Fläche bietet die Trespenbindung.
 
 
Wahl alternativer Drahtformen
Der typische Webedraht ist rund. Durch den Einsatz von flachen Drähten, Drahtlitzen oder Fäden aus Kunststoff können nicht nur zusätzliche Eigenschaften, sondern auch mechanische Stabilität oder Biegefähigkeit erzielt werden.
LangmascheTrespenbindung
Langmasche (li.), Trespenbindung (re.)
  LitzengewebeTrespenbindung, Flachdraht
Litzengewebe (li.) Trespenbindung, Flachdraht (re.)

Filtergewebe
Gewebe zur Filtration werden meist mit eng aneinander liegenden Drähten hergestellt. Die Maschenöffnung hat eher eine dreieckige Form und ist mit einfachen Messmitteln nicht genau geometrisch messbar. Die Angabe der Filterfeinheit lässt sich aus der Geometrie errechnen oder im Versuch – möglichst unter Einsatzbedingungen – ermitteln. Filtergewebe haben Feinheiten von 5 – 500 μm, können aber abhängig vom sich bildenden Filterkuchen in der Anwendung auch noch deutlich feinere Werte erzielen.
Glatte Tresse (Leinenbindung)
Bei der glatten Tresse werden in Leinenbindung (1/1) die Schussdrähte eng an die vorherigen gewebt. Diese einfache Tresse ist das gebräuchlichste Filtergewebe. Durch Variation der Drahtdurchmesser und Drahtdichten können spezielle Filtereffekte und Filterfeinheiten erreicht werden.
 
  Köpertresse
Die Köpertresse (2/2) ist dichter gewebt als die Leinentresse. Es können geringere Filterfeinheiten erzielt werden. Die Gewebeoberfläche ist typischerweise glatter als bei der einfachen Tresse.
Leinentresse
Leinentresse
  Körpertresse
Körpertresse

Atlasbindung/ 5- Schaftgewebe – (4/1)
Die Atlasbindung ist eine Köperbindung, bei welcher jeweils 4 Drähte hoch und 1 Draht tief gewebt werden. Es entsteht eine glatte Oberfläche auf der einen und eine raue Oberfläche auf der anderen Seite. Die Poren sind teilweise rechteckig, teilweise dreieckig. Wegen seiner glatten Oberfläche wird die Atlasbindung häufig gewählt, wenn sich Filterkuchen gut ablösen sollen.
 
 
Umgekehrte Tresse
Umgekehrte Tressen werden auch Panzertressen genannt. Diese Webart hat durch die hohe Anzahl an nebeneinanderliegenden Kettdrähten eine hohe Belastbarkeit in Kettrichtung. Sie kann als Leinen- und Köperbindung gewebt werden. Die Poren sind geometrisch nicht ganz so gleichmäßig wie bei der normalen Tressenbindung.
Atlasbindung
Atlasbindung
  Panzertresse LeinenPanzertresse Körper
Panzertresse Leinen (li.), Panzertresse Körper (re.)